Frühjahrslehrgang 2009 erneut in Bernhardswald
Ein Bericht von Ralph Körner
Wie schon im Vorjahr traf sich der bayerische OL-Nachwuchs in Bernhardwald zum all-jährlichen Frühjahrslehrgang. Für Landes-trainer Roland Vogl war Bernhardswald erneut der Wunsch-Ort, da die Ski- und OL-Abteilung des heimischen TSV wie erwartet wieder tolle Rahmenbedingungen für den mit knapp 60 Nachwuchsläufern sehr großen Lehrgang zu schaffen wusste. Eine eigene Crew für die Frühstücksvorbereitung, eine Einkaufsdelegation, alle Posten vormarkiert, tolle neue Karten und noch vieles mehr hielt die Crew um Alfons Ebneth für die Kids und Betreuer aus Coburg, Regensburg, Mietraching, Grünwald, Landshut und Deggendorf bereit. Ein tolles Dankeschön geht an dieser Stelle an die Bern-hardswalder, vor allem an Jens Pohl, Alfons Ebneth und Birgit Spangenberg, für die tolle Vorbereitung und Unterstützung vor Ort!
Los ging es am Freitag Abend, wo kurz nach dem Eintreffen der Teilnehmer eine Nacht-OL-Einheit im Kreuther Forst auf die Kids wartete. Dabei wurde im Le-Mans-Stil gestartet, d.h. Aufstellung mit Socken in der Halle, dann Karte aufnehmen, Schuhe anziehen und los. Auch wenn einige etwas schummelten und sich gar nicht die Schuhbänder zubanden, um schneller in den Wald zu kommen, ging soweit alles gut über die Bühne. Auch ein Zahlendreher bei den Codenummern auf der Karte wurde schließlich gut überwunden, so dass alle wieder wohlbehalten, wenn auch etwas durchgefroren an der nächtlichen Turnhalle ankamen. Dafür freuten sich alle um so mehr über die heiße Dusche. Das obligatorische Kennenlernspiel, diesmal geleitet von Landesjugendfachwart Sebastian Cionoiu, schloss den Freitag Abend ab.
Nach einer - dank dem Gebläse der Turn-halle - bisweilen kühlen Nacht startete der neue OL-Tag zunächst mit einer O-Einheit auf der neuen Karte Forstmühle bei Altenthann. Während die Jüngeren eine ganz normale OL-Bahn zu absolvieren hatten, waren auf der Karte der mittleren Bahn keine Wege mehr eingedruckt.
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Die Läufer der langen Bahn mussten ihre Aufgaben nur mit Hilfe der Höhenlinien, Felsen und Gewässer lösen. So manchem passierte dabei die eine oder andere Konzentrationsschwäche, doch den Vogel schoss Tommi Aigner ab, der auf der mittleren Bahn nach einem total verkorksten Lauf schier überhaupt nicht mehr ins Ziel kommen wollte (oder eher konnte). Nach fast zweieinhalb Stunden kam er aber wohl-behalten aus der entgegengesetzten Richtung zum Start-Ziel-Punkt anspaziert. Da waren allerdings außer Roland und Karin schon alle weitergefahren, da am Nachmittag die Teilnahme am 1. Lauf zur diesjährigen Regensburger OL-Tour auf dem Programm stand. Beim vom TSV Bernhardswald bestens organiserten Lauf hatten alle die gute Möglichkeit zu einem ersten Saisonvergleich unter Wettkampf-bedingungen.
Wieder zurück in der Halle war allerdings noch nicht Feierabend. Ralph Körner und Jens Pohl hatten als besonderes Schmankerl noch eine "Orienteering Show" in der Turnhalle vorbereitet mit Vorläufen, Halbfinale und Finale. Trotz der Vorwarnung durch die Betreuer scheiterten gleich viele der Kids im Vorlauf an einem der überaus zahlreichen Versatzposten, die an den Ecken der Matten, Kästen und Langbänke lagen oder aber sie wurden aus der Wertung genommen, weil sie verbotenerweise eines der zum Sperrgebiet erklärten Geräte übersprangen.
Für die Betreuer als Zuschauer war bereits der Vorlauf ein tolles Spektakel, als die Kids nahezu gleichzeitig kreuz und quer durch die Halle schossen. Für das Halbfinale wurde das Gelände nochmals etwas umgebaut und erschwert, dann ging's vor den Augen der Betreuer und Ausgeschiedenen im Massenstart an die Halbfinals. Die Halbfinalisten mussten bis dahin in Quarantäne in der Kabine verbringen, ohne vorher das Gelände gesehen zu haben. Beim rasanten Mikrosprint durch die Halle vor den Augen zahlreicher Zuschauer und lautstarken Anfeuerungen passierte erneut vielen der Halbfinalisten ein Missgeschick, indem sie einen Posten ausließen oder einen falschen Posten anliefen.
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Besondere Freude rief dies bei Simon, Benny und Anna hervor, die sich an einer besonders heiklen Stelle als Zuschauer postiert hatten und jeden Fehlstempel mit Begeisterungsstürmen quittierten, sehr zum Spaß der anderen Zuschauer. Letztlich hatte sich das Feld für das Finale nur noch auf sehr wenige Teilnehmer gelichtet.
Nach einem erneuten Umbau wurden die Qualifizierten schließlich in die nun wahrhaft labyrinthartig aufgebaute und mit Zuschauern gefüllte Halle losgelassen. Bei den jüngeren Kids gab es wahrliche Überraschungssiege durch Lukas Janischowsky und Ivana Meiski, die beide die Aufgaben bis ins Finale als einzige der bis 14-Jährigen ohne Fehler lösen konnten. Bei den älteren Jugendlichen ab 15 Jahren waren am Ende Valtteri Kolehmainen und Stephie Fischer die Besten.
Die Orienteering Show hat allen nicht nur Spaß gemacht, sondern war auch noch ein hervorragendes Training für die Fein-orientierung und das Reaktionsvermögen. Durch die Auswertung mit SPORTident und Sportsoftware waren Live-Ergebnisse garantiert. Eine erneute Orienteering Show ist für nächstes Jahr schon versprochen. Läufer und Zuschauer dürfen sich freuen.
Für Sonntag hatte Roland noch einen "Tempo-OL" angekündigt, was die findigen Köpfe kurz nach dem Start schon als Konditionstest mit Posten entlarvten. Bis zu vier Schleifen ging's Auf und Ab im Kreuther Forst. Vor allem die Schlussschlaufe hatte es dabei in sich. Am "Todesberg" (Zitat Benny) bildete sich da so manche Wanderkombo, die einfach in den Laufstreik trat. Die meisten aber quälten sich bis zum letzten Meter und erreichten fertig, aber glücklich das Ziel. Zum Abschluss ging es noch nach Wenzenbach in die Pizzeria, wo Kellner und Küche allerdings leider so ihre Probleme mit dem Ansturm des Bayernkaders hatte.
Eine Abschlussbesprechung mit Voraus-schau auf den Jugend- und Junioren-ländervergleichskampf und den Alpen-Adria-Cup rundete den wieder einmal sehr gelungenen und abwechslungsreichen Lehrgang ab.
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